38. Champagnerprobe am 03./04. Februar 2026
Als Folgeveranstaltung unserer Filmvorführung „Die Witwe Clicquot“ anlässlich des Deutsch-Französischen Tages, bereitete Lutz Wunderlich zusammen mit Claus-Peter Blum, die 38. Champagnerprobe rund um die berühmte Witwe vor. Hierzu präsentierten sie Champagner der berühmten Witwe, sowie Sekt von Georg Christian Kessler, dem langjährigen Mitarbeiter der Witwe und Gründer der ersten deutschen Sektkellerei.
Kurzweilig beschrieb Lutz Wunderlich die Leben der Protagonisten rund um die kredenzten Köstlichkeiten. Zu nennen sind vor allem die Witwe Clicquot und Georg Christian Kessler, deren Lebensgeschichten hier kurz zusammengefasst werden.

Barbe-Nicole Ponsardin, später bekannt als Veuve Clicquot, wuchs in einer großbürgerlichen Familie in Reims auf und wurde 1798 mit François Clicquot verheiratet, der den Weinexport des Familienunternehmens stark vorantrieb. Nach seinem frühen Tod 1805 übernahm sie trotz der erheblichen Einschränkungen für Frauen im Code Napoléon die Leitung der Firma – eine Möglichkeit, die nur Witwen offenstand. Unterstützt von ihrem brillanten Handelsagenten Louis Bohne kämpfte sie sich durch Kriegsjahre, Blockaden und Marktverluste. Ihren entscheidenden Durchbruch erzielte sie 1814, als sie heimlich eine große Champagnerladung nach Russland senden ließ und damit den Markt dort eroberte. Trotz Rückschlägen wie dem Tod Bohnes 1821 entwickelte sie das Unternehmen weiter und prägte es dauerhaft – unter anderem durch die Einführung des Rosé-Champagners.

Georg Christian Kessler (1787–1842) begann als Kaufmannslehrling, wurde 1807 Commis bei Veuve Clicquot in Reims und stieg dort schnell auf: 1810 Prokurist, 1815 Teilhaber. Durch Heirat in eine reiche Tuchfabrikantenfamilie gewann er Einfluss und Engagements im Bank‑ und Textilwesen. Mit Unterstützung der Witwe Clicquot investierte er in Deutschland, gründete eine Kammgarnspinnerei in Esslingen und experimentierte mit deutschem Schaumwein. Nach dem Tod seiner ersten Frau und wachsender Kritik der Witwe an seinen Investitionen kam es 1826 zum Bruch: Kessler übernahm die deutschen Betriebe, Clicquot seine Firmenanteile. Er heiratete erneut und gründete 1826 die erste deutsche Sektkellerei G.C. Kessler & Co.
Darüber hinaus beschrieb Lutz Wunderlich die oft überraschenden Verquickungen zu bekannten Namen und Personen der Champagne mit deutschen Wurzeln. Das überraschte nicht nur einmal das interessierte Publikum und regte zu Diskussionen und einer ausgelassenen Stimmung im Saal an.
Zur Verkostung kamen:
- Veuve Clicquot Extra Brut, Extra Old
50% Pinot Noir, 30% Chardonnay, 20% Pinot Meunier - Veuve Clicquot „La Grande Dame Rosé“
90% Pinot Noir, 10% Chardonnay - Kessler Hochgewächs Chardonnay Brut
100% Chardonnay - Kessler Grande Réserve „GEORGES“
74% Chardonnay, 26% Pinot Noir - Veuve Clicquot Carte Jaune Brut
50-55% Pinot Noir, 28-33% Chardonnay, 15-20% Pinot Meunier
Champagne Veuve Clicquot Ponsardin, 12, rue du Temple, 51100 Reims www.veuve-clicquot.com
Kessler Sekt, Georg-Christian-von-Kessler-Platz12-16, 73728 Esslingen a. N. www.kessler-sekt.de
Zur Übersicht der 38. Probe: Champagnerprobe 38.
Text: Peter Brand, Bilder: Claus-Peter Blum
Deutsch-Französischer Tag 2026
Zusammen mit den Rheingauer Partnerschaftsvereinen, plant der Freundschaftsbund Kiedrich-Hautvillers 1981 e.V. eine Deutsch-Französische Woche rund um den Deutsch-Französische Tag am 22. Januar 2026. Dieser wurde durch den Élysée-Vertrag von 1963 begründet um die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich zu feiern. Rund um dieses Datum finden vom 16. bis 31. Januar 2026 zahlreiche Projekte und Aktionen statt, die vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds gefördert werden. Am 21. Januar 2026 wurde im Gustav-Adolf-Zentrum in Kiedrich der Film „Die Witwe Clicquot“ gezeigt. Vielen Dank an die zahlreich erschienen Zuschauer, die bei einem Glas Champagner mit uns ins frühe 19. Jahrhundert gereist sind, um die Schicksalsjahre der teils fiktiven Geschichte um die weltberühmten Witwe anzuschauen. Durch das Programm führte Lutz Wunderlich. Er machte darauf aufmerksam, wie wichtig die deutsch-französische Freundschaft gerade in schwierigen Zeiten ist. Es ist ein Geschenk, das nicht selbstverständlich ist und an dem wir, als Verein gerne arbeiten.

Was ist der Deutsch-Französische Tag und um was geht es dabei? Am 22. Januar 1963 legten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft mit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags. Beide Länder wollten ihre Konflikte der Vergangenheit in eine treibende Kraft für den Frieden in Europa verwandeln und zukünftig einen intensiven Austausch pflegen. Vor allem der Kultur- und Jugendaustausch sollte seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft finden. Die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) geht auf dieses historische Ereignis zurück. Anlässlich des 40. Jahrestags der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar 2003 haben Staatspräsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder den 22. Januar zum „Deutsch-Französischen Tag“ erklärt und erneut ein Signal an die junge Generation gesandt. Sie soll für die jeweils andere Sprache und Kultur begeistert werden.
Der erste „Deutsch-Französische Tag“ wurde am 22. Januar 2004 gefeiert. Inzwischen gehen die Aktivitäten in diesem Rahmen weit über diesen Tag hinaus und es hat sich fast ein ganzer Monat im Zeichen der deutsch-französischen Beziehungen daraus entwickelt. Das DFJW hat auf seiner Internetseite Hunderte von Veranstaltungen zusammengestellt, die im Januar überall in Deutschland stattfinden. https://www.dfjw.org.
Text: Peter Brand







