39. Champagnerprobe am 12./13. Mai 2026

In der 39.Champagnerprobe am 12. und 13.05.2026 konnten die Zuhörer auf den Spuren der Witwe Clicquot wandeln.

Barbe Nicole Clicquot Ponsardin erwarb 1819 das Schloss Boursault und lebte zuerst mit Tochter und Enkelkindern im alten Herrenhaus der Schlossanlage, Le Manoir. 1843 beschloss sie auf dem Gelände ein neues Gebäude zu errichten nach dem Vorbild des Schlosses Chambord an der Loire. Erbaut durch den Architekten Jean-Jacques Arveuf-Fransquin entstand ein repräsentatives Schloss im Neorenaissance-Stil. Dieses bot ihrer Enkelin, die mittlerweile durch Heirat in die Oberschicht aufgestiegen war, ein angemessenes Anwesen für die zahlreichen Gäste des Hauses, die zu Jagden, großen Abendessen und verschiedenen Festlichkeiten kamen.

Anfang des 20. Jahrhunderts verkauften die Nachfahren der Witwe Clicquot das Schloss und schließlich erwarb ein Diamantenhändler aus Paris, der aus armenischem Adel stammte, das Anwesen. Achod Fringhian und seine Gattin M. Siranouche ließen das Anwesen in Rekordzeit wieder herrichten und es kam wieder zur Blüte.

Nachdem in der Kriegszeit das Schloss als Militärkrankenhaus für Amerikaner gedient hatte, wurden nach dem Krieg wieder Reben auf dem Anwesen angepflanzt und dieser Weinanbau in die Appellation Champagne aufgenommen. Zwei Nachfahren von Achod Fringhian bewirtschaften heute die Flächen des Schlosses und stellen Champagner her. Es sind die beiden Champagnerhäuser: Champagne Le Gallais, geführt von Charlotte Le Gallais und Chateau de Boursault, geführt von Alex Fringhian.

Der Streifzug durch die Geschichte von Schloss Boursault wurde sehr passend begleitet von aus den beiden Champagnerhäusern stammenden Tropfen:

  1. Champagne Le Gallais,  2 Rue Maurice Gilbert, 51480 Boursault, www.champagnelegallais.com
    Cuvée du Cèdres
    35% Pinot Noir, 15% Chardonnay, 50% Pinot Meunier
  2. Champagne Le Gallais,  2 Rue Maurice Gilbert, 51480 Boursault, www.champagnelegallais.com
    Cuvée du Manoir
    35% Pinot Noir, 15% Chardonnay, 50% Pinot Meunier
  3. Champagne Le Gallais,  2 Rue Maurice Gilbert, 51480 Boursault, www.champagnelegallais.com
    Le Poète Rosé de Saignée
    50% Pinot Noir, 50% Pinot Meunier
  4. Champagne Château de Boursault, 2 Maurice Gilbert, 51480 Boursault, www.champagne-chateau-de-boursault.fr
    Prestige
    50% Pinot Noir, 50% Chardonnay
  5. Champagne Château de Boursault, 2 Maurice Gilbert, 51480 Boursault, www.champagne-chateau-de-boursault.fr
    Blanc de Noirs
    50% Pinot Noir, 50% Pinot Meunier

Link zur: Übersicht der Probe 39

Wieder einmal hat Lutz Wunderlich zusammen mit Claus-Peter Blum den Teilnehmern der Probe einen interessanten Abend bereitet. Wir freuen uns bereits jetzt uns auf die nächste gedankliche Exkursion in die Champagne.

Text: Angelika Wunderlich, Bilder: Claus-Peter Blum


38. Champagnerprobe am 03./04. Februar 2026

Als Folgeveranstaltung unserer Filmvorführung „Die Witwe Clicquot“ anlässlich des Deutsch-Französischen Tages, bereitete Lutz Wunderlich zusammen mit Claus-Peter Blum, die 38. Champagnerprobe rund um die berühmte Witwe vor. Hierzu präsentierten sie Champagner der berühmten Witwe, sowie Sekt von Georg Christian Kessler, dem langjährigen Mitarbeiter der Witwe und Gründer der ersten deutschen Sektkellerei.

Kurzweilig beschrieb Lutz Wunderlich die Leben der Protagonisten rund um die kredenzten Köstlichkeiten. Zu nennen sind vor allem die Witwe Clicquot und Georg Christian Kessler, deren Lebensgeschichten hier kurz zusammengefasst werden.

 

Barbe-Nicole Ponsardin, später bekannt als Veuve Clicquot, wuchs in einer großbürgerlichen Familie in Reims auf und wurde 1798 mit François Clicquot verheiratet, der den Weinexport des Familienunternehmens stark vorantrieb. Nach seinem frühen Tod 1805 übernahm sie trotz der erheblichen Einschränkungen für Frauen im Code Napoléon die Leitung der Firma – eine Möglichkeit, die nur Witwen offenstand. Unterstützt von ihrem brillanten Handelsagenten Louis Bohne kämpfte sie sich durch Kriegsjahre, Blockaden und  Marktverluste. Ihren entscheidenden Durchbruch erzielte sie 1814, als sie heimlich eine große Champagnerladung nach Russland senden ließ und damit den Markt dort eroberte.  Trotz Rückschlägen wie dem Tod Bohnes 1821 entwickelte sie das Unternehmen weiter und prägte es dauerhaft – unter anderem durch die Einführung des Rosé-Champagners.

 

Georg Christian Kessler (1787–1842) begann als Kaufmannslehrling, wurde 1807 Commis bei Veuve Clicquot in Reims und stieg dort schnell auf: 1810 Prokurist, 1815 Teilhaber. Durch Heirat in eine reiche Tuchfabrikantenfamilie gewann er Einfluss und Engagements im Bank‑ und Textilwesen. Mit Unterstützung der Witwe Clicquot investierte er in Deutschland, gründete eine Kammgarnspinnerei in Esslingen und experimentierte mit deutschem Schaumwein. Nach dem Tod seiner ersten Frau und wachsender Kritik der Witwe an seinen Investitionen kam es 1826 zum Bruch: Kessler übernahm die deutschen Betriebe, Clicquot seine Firmenanteile. Er heiratete erneut und gründete 1826 die erste deutsche Sektkellerei G.C. Kessler & Co.

Darüber hinaus beschrieb Lutz Wunderlich die oft überraschenden Verquickungen zu bekannten Namen und Personen der Champagne mit deutschen Wurzeln. Das überraschte nicht nur einmal das interessierte Publikum und regte zu Diskussionen und einer ausgelassenen Stimmung im Saal an.

Zur Verkostung kamen:

  1. Veuve Clicquot Extra Brut, Extra Old
    50% Pinot Noir, 30% Chardonnay, 20% Pinot Meunier
  2. Veuve Clicquot „La Grande Dame Rosé“
    90% Pinot Noir, 10% Chardonnay
  3. Kessler Hochgewächs Chardonnay Brut
    100% Chardonnay
  4. Kessler Grande Réserve „GEORGES“
    74% Chardonnay, 26% Pinot Noir
  5. Veuve Clicquot Carte Jaune Brut
    50-55% Pinot Noir, 28-33% Chardonnay, 15-20% Pinot Meunier

Champagne Veuve Clicquot Ponsardin,  12, rue du Temple, 51100 Reims www.veuve-clicquot.com

Kessler Sekt, Georg-Christian-von-Kessler-Platz12-16, 73728 Esslingen a. N. www.kessler-sekt.de

Zur Übersicht der 38. Probe: Champagnerprobe 38.

Text: Peter Brand, Bilder: Claus-Peter Blum